Vorlesung 2 von 14 · Donnerstag, 15. Oktober

Unternehmen und Umwelt

Bedürfnisse, Güter, Produktionsfaktoren, und das Unternehmen als offenes System in einer Umwelt, die es prägt und die es prägt. Teil 2 der Grundlagen.

Zum ersten Kapitel

Prof. Dr. Dominik Orbach · Hörsaal 284, 9:45 bis 11:15 Uhr · parallel als Zoom-Sitzung, 13:30 bis 15:00 Uhr

Unter- nehmen ÖKOLOGISCH TECHNOLOGISCH SOZIAL ÖKONOMISCH Kunden Kapital Staat Personal

Wo wir stehen

Letzte Woche ging es um die Frage, woher wir wissen, dass etwas stimmt. Heute wenden wir dieses Handwerk zum ersten Mal auf einen Gegenstand an: auf das Unternehmen selbst.

Aus der letzten Sitzung

Ihre Hausaufgabe

Die neun Arbeitsschritte des Forschens, angewendet auf Künstliche Intelligenz. Wir hören drei Ergebnisse und prüfen, an welcher Stelle aus Beschreiben ein Bewerten wurde, ohne dass es jemand angekündigt hat.

Heute

Vier Kapitel, ein roter Faden

Zuerst Ihre Unternehmenspräsentation. Dann von den Bedürfnissen eines Menschen über die Güter, die sie befriedigen, zu den Einheiten, die diese Güter herstellen, und zu der Umwelt, in der sie das tun.

  1. KAPITEL 02BedürfnisEin Mangel wird zum Bedarf und zur Nachfrage
  2. KAPITEL 02GüterWas den Mangel behebt und womit es entsteht
  3. KAPITEL 03UnternehmenWer die Güter für andere herstellt
  4. KAPITEL 04UmweltWer mitredet und was von außen wirkt

Die neun Arbeitsschritte, angewendet auf Künstliche Intelligenz

Erst Ihre Ergebnisse, dann meine. Ich habe dieselbe Aufgabe bearbeitet: Wie sehen die Anwendungen aus, welche Auswirkungen sind zu erwarten? Eine von vielen möglichen Lösungen. Der Weg zählt, nicht die Übereinstimmung.

Erst wenn Sie Ihre Varianten vorgestellt haben.

Teil 1 des Lehrbuchs, aufgeteilt auf mehrere Sitzungen

Das erste Kapitel bei Thommen und Achleitner umfasst fünf Abschnitte. Zwei davon stehen heute an, einer war letzte Woche, einer liegt bei Professor Materne, einer folgt nächste Woche.

  1. 1.1
    Wirtschaft und ihre ElementeBedürfnisse, Güter, Produktionsfaktoren, Wirtschaftseinheiten. Heute, Kapitel 02.
  2. 1.2
    Unternehmen als Gegenstand der BWLDas Unternehmen als System, Umsatzprozess, Führung und Umwelt. Heute, Kapitel 03 und 04.
  3. 1.3
    BWL als WissenschaftTeil 1.1 der Vorlesungsreihe, bereits behandelt.
  4. 1.4
    Typologie des UnternehmensRechtsformen und Unternehmenstypen. Bei Professor Materne.
  5. 1.5
    Ziele des UnternehmensZielsysteme und Zielkonflikte. Nächste Woche, 22. Oktober.

Erst Ihr Projekt, dann der Stoff

Dreißig Minuten für Einleitung und Ihre Unternehmenspräsentation, dann 45 Minuten Inhalte. Zum Schluss analysieren Sie fünfzehn Minuten lang Ihr Unternehmen und seine Umwelt.

0153045607590 Min
  1. Minute 0 bis 8EinleitungRückblick, Musterlösung, Einordnung
  2. Minute 8 bis 3001 ProjektAuftrag, Pflichtschritte, Gruppen auf Miro
  3. Minute 30 bis 4502 WirtschaftBedürfnisse, Güter, Faktoren, Einheiten
  4. Minute 45 bis 6003 UnternehmenSystem, Umsatzprozess, Führung
  5. Minute 60 bis 7504 UmweltAnspruchsgruppen, Sphären, PEST
  6. Minute 75 bis 90Ihre AnalyseDie Modelle auf das eigene Unternehmen anwenden
01/04

Kapitel 01 · Gruppenarbeit · Minute 8 bis 30

Ihre Unternehmenspräsentation

Bevor der Stoff beginnt, regeln wir das wichtigste Projekt des Semesters. Bis Minute 30 klären wir, was am Ende herauskommen soll und welche fünf Pflichtschritte bis zum Finale anstehen. Dann bilden Sie Ihre Gruppen und tragen sie auf Miro ein.

  1. 01Projekt
  2. 02Wirtschaft
  3. 03Unternehmen
  4. 04Umwelt

Was am 4. Dezember hochgeladen wird

Eine Präsentation, die Ihr Unternehmen mit den Werkzeugen analysiert, die wir im Semester erarbeiten.

  1. 01
    Gründung und GründerfigurenWer hat gegründet, mit welcher Idee, welchem Kapital?
  2. 02
    UnternehmensgeschichteDie Wendepunkte, die das heutige Geschäftsmodell erklären. Nicht jede Jahreszahl.
  3. 03
    Marketing-MixProdukt, Konditionen, Distribution, Kommunikation.
  4. 04
    Strategische PositionierungMindestens ein Modell sauber angewendet, nicht fünf oberflächlich.
  5. 05
    Organisation und PersonalAufbau, Führung, Belegschaft. Woher stammen Ihre Zahlen?
  6. 06
    ZahlenUmsatz, Ergebnis, Entwicklung. Mit Geschäftsjahr und Quelle.
  7. 07
    Ihr UrteilEine begründete Einschätzung. Argumente, keine Meinung.
  8. 08
    QuellenverzeichnisVollständig, mit Abrufdatum. Wie in der ersten Sitzung besprochen.

So könnte das aussehen: Nike

Ich habe die Aufgabe selbst gemacht. Vom Kofferraum-Verkauf 1964 bis zum laufenden Geschäftsjahr, mit Marketing-Mix, fünf Strategiemodellen, Organigramm, Zahlen und einem begründeten Urteil am Ende. Nutzen Sie die Analyse als Maßstab, nicht als Vorlage.

Woran Sie sich orientieren können

Belegte Zahlen

Jede Zahl trägt eine Quellenziffer, jede Quelle ein Abrufdatum. Geschäftsbericht vor Presseartikel, Presseartikel vor Blog.

Woran Sie sich orientieren können

Modelle mit Aussage

Jedes Modell beantwortet eine andere Frage. Wer ein Modell nur abbildet, hat es nicht angewendet.

Woran Sie sich orientieren können

Ein Urteil am Ende

Die Analyse mündet in eine begründete Einschätzung, mit den Argumenten dagegen daneben.

Fünf Pflichtschritte bis zum Finale

Jeder Schritt ist Pflicht, sonst fehlt Ihre Gruppe im Verfahren. Dazwischen liegen zwei Arbeitstermine in der Vorlesung: am 26. November und am 3. Dezember.

  1. 15.10.HeuteSchritt 1Gruppe auf Miro: ein Post-it pro Gruppe, die Nummer von 1 bis 35 vergebe ich
  2. 28.10.Mittwoch · 23:59 UhrSchritt 2ILU-Umfrage: per Klick Ihre Gruppe wählen
  3. Ende Okt.per E-MailSchritt 3Persönliche E-Mail: Ihre Gruppennummer und die fünf Gruppen, die Sie bewerten
  4. 04.12.FreitagSchritt 4Präsentation hochladen
  5. 08.12.Dienstag · 23:59 UhrSchritt 5Fünf Präsentationen bewerten
  6. 10.12.DonnerstagFinaleFinale: die fünf bestbewerteten Gruppen präsentieren, die Gewinnergruppe wird gekürt

Sie bewerten einander

Nach der Abgabe werden Sie selbst zu Gutachterinnen und Gutachtern. Das ist kein Verwaltungstrick, sondern der schnellste Weg, ein Gefühl für Qualität zu bekommen: Nichts schärft den Blick für die eigene Arbeit so sehr wie fünf fremde.

Nach der ILU-Umfrage

Fünf Gruppen per E-Mail

Jede und jeder von Ihnen erhält eine persönliche E-Mail mit der eigenen Gruppennummer und den fünf Gruppen, deren Präsentationen Sie bewerten.

Nach dem Upload am 4. Dezember

Bis 8. Dezember, 23:59 Uhr

Sie sehen sich die fünf Präsentationen an und bewerten sie bis Dienstag, 8. Dezember, 23:59 Uhr. Danach schließt das Verfahren, damit das Finale vorbereitet werden kann.

Finale am 10. Dezember

Die Top 5 präsentieren

Die fünf Gruppen mit den besten Bewertungen stellen am 10. Dezember vor allen ihre Unternehmenspräsentation vor. Am Ende wird die Gewinnergruppe gekürt.

Warum dieses Verfahren

Es löst ein praktisches Problem und ein didaktisches zugleich. Praktisch: Bis zu 35 Präsentationen passen nicht in neunzig Minuten. Didaktisch: Sie lesen fremde Arbeiten, bevor Sie Ihre eigene abschließend beurteilen. Genau das macht in Unternehmen die Qualitätssicherung.

Finden Sie Ihre Gruppe und Ihr Unternehmen

Zeit für Fragen und Antworten. Wir gehen erst weiter, wenn jeder eine Gruppe hat und die Aufgabe klar verstanden ist. Nutzen Sie dann die Zeit für erste Terminvereinbarungen und die ILU-Umfrage.

1

Gruppe bilden

Fünf Personen pro Team. Klären Sie zuerst: Wollen Sie vor Ort oder digital arbeiten? An den beiden Arbeitsterminen sollten alle im selben Modus sein.

2

Unternehmen wählen

Eines aus den Top 100 Brands des Interbrand-Rankings. Jedes Unternehmen wird nur einmal vergeben: Wer zuerst einträgt, hat es.

3

Post-it auf Miro

Ein Post-it pro Gruppe mit den Vor- und Nachnamen aller fünf und dem Unternehmen. Die Gruppennummer von 1 bis 35 vergebe ich auf dem Post-it. Ohne Gruppe: eigenes Post-it in die Spalte vor Ort oder digital.

QR-Code zum Miro-Board der Veranstaltung
Miro-Board öffnen miro.com/app/board/uXjVHqb_ybg=
Pflichtschritt 2 · bis 28.10., 23:59 Uhr

ILU-Umfrage: Wählen Sie dort mit einem Klick Ihre Gruppe. Erst damit ist Ihre Matrikelnummer zugeordnet.

02/04

Kapitel 02 · Wirtschaft und ihre Elemente · Minute 30 bis 45

Warum es Wirtschaft überhaupt gibt

Am Anfang steht kein Unternehmen, sondern ein Mangel. Aus dem Empfinden eines Mangels wird ein Bedürfnis, aus dem Bedürfnis mit Kaufkraft ein Bedarf, aus dem Bedarf Nachfrage. Und erst dann beginnt das, was wir Wirtschaft nennen.

  • Bedürfnisse
  • Güter
  • Produktionsfaktoren
  • Wirtschaftseinheiten
  1. 01Projekt
  2. 02Wirtschaft
  3. 03Unternehmen
  4. 04Umwelt

Drei Begriffe, die ständig verwechselt werden

Wirtschaft umschreibt eine große Anzahl von Institutionen und Prozessen, die vielschichtig miteinander verknüpft sind und der Bereitstellung materieller und immaterieller Güter dienen. Ihre Aufgabe: Bedürfnisse befriedigen und dem Bedarf ein Angebot gegenüberstellen.

01 Bedürfnis

Das Empfinden eines Mangels. Subjektiv, unbegrenzt, nicht messbar.

„Mir ist kalt.“
02 Bedarf

Wirtschaftlich objektiv feststellbare Bedürfnisse, die von Kaufkraft gedeckt sind.

„Ich kann eine Jacke bezahlen.“
03 Nachfrage

Die Summe des Bedarfs am Markt: die gesamte wirtschaftliche Nachfrage nach einem Gut.

„Alle, die eine Jacke kaufen wollen und können.“

Welche Bedürfnisse hat ein Mensch?

Maslow ordnet Bedürfnisse in fünf Stufen. Unten die Defizitmotive, die nach dem Prinzip der Sättigung getilgt werden können. Oben das Wachstumsmotiv, das nie satt wird. Gehen wir die Stufen durch.

Stufe auswählen

Fünf Stufen, zwei Sorten Motive

Die unteren vier Stufen sind Defizitmotive: Sie entstehen aus einem Mangel und verschwinden, wenn der Mangel gedeckt ist. Die oberste Stufe ist ein Wachstumsmotiv: Sie treibt Wirtschafts- und Persönlichkeitsentwicklung an und lässt sich nicht sättigen.

Existenz, Grund, Luxus

Die Betriebswirtschaftslehre teilt anders ein als die Psychologie. Ordnen Sie jedes Beispiel einer der drei Arten zu. Die Auflösung erscheint nach Ihrem Klick.

Zuerst

Existenzbedürfnisse

Dienen der Selbsterhaltung, sind lebensnotwendig und müssen zuerst befriedigt werden: Nahrung, Kleidung, Unterkunft.

Danach

Grundbedürfnisse

Nicht existenznotwendig, aber auf kulturelles und soziales Leben bezogen: Kultur, Weiterbildung, Sport, Reisen, Haushaltsgegenstände.

Zuletzt

Luxusbedürfnisse

Der Wunsch nach luxuriösen Gütern und Dienstleistungen: Schmuck, Zweitwohnung, Luxusauto.

Existenz, Grund oder Luxus?

Sechs Beispiele. Entscheiden Sie für jedes, um welche Art von Bedürfnis es sich handelt.

Der eigentliche Punkt

Weil die Mittel zur Bedürfnisbefriedigung beschränkt sind, muss der Mensch entscheiden, welches Bedürfnis er zuerst befriedigt. Aus dieser Knappheit entsteht das Wahlbedürfnis, und damit jede ökonomische Entscheidung, die Sie in diesem Studium noch analysieren werden.

Güter sind alles, was Bedürfnisse befriedigt

Güter ist hier der Oberbegriff, Dienstleistungen eingeschlossen. Die Systematik unterscheidet zuerst nach Knappheit, dann nach sieben Begriffspaaren.

Ohne Knappheit kein Preis

Freie Güter

Stehen von Natur aus in ausreichender Menge zur Verfügung, etwa Luft und in weiten Teilen der Erde auch Wasser. Sie haben keinen Preis, solange sie nicht knapp werden. Genau das verschiebt sich gerade, und deshalb steht diese Kategorie heute anders da als vor dreißig Jahren.

Gegenstand der BWL

Wirtschaftsgüter

Knappe Güter. Nur sie werden bewirtschaftet, bepreist, produziert und verkauft. Alles, was in dieser Vorlesungsreihe folgt, handelt von ihnen.

Die Gliederung der Wirtschaftsgüter

Vier der sieben Begriffspaare sind Verzweigungen dieser Gliederung, drei liegen quer dazu. Dasselbe Gut kann in jedem Paar anders liegen.

Einteilung der Wirtschaftsgüter: materielle Güter (Produktionsgüter mit Potenzial- und Repetierfaktoren, Konsumgüter mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern) und immaterielle Güter (Dienstleistungen, Rechte) Wirtschaftsgüter Materielle Güter(Sachgüter) Immaterielle Güter Produktionsgüter Konsumgüter Dienstleistungen Rechte(z. B. Patente) Potenzialfaktoren(Investitionsgüter) Repetierfaktoren(Werkstoffe) Gebrauchsgüter Verbrauchsgüter Rohstoffe Hilfsstoffe Betriebsstoffe 1 2 3 4
Einteilung der Wirtschaftsgüter, nach Thommen und Achleitner, Abb. 1.1

Ein Gut, sieben Unterscheidungen

Wählen Sie ein Gut. Die Systematik zeigt, wo es in jedem der Begriffspaare steht, und wo die Einordnung strittig wird.

Gut auswählen

Die Einordnung hängt vom Standpunkt ab

Dasselbe Gut kann für den einen ein Konsumgut und für den anderen ein Produktionsgut sein. Ein Lieferwagen ist für den Handwerksbetrieb ein Potenzialfaktor, für den Privatkäufer ein Gebrauchsgut. Die Systematik beschreibt keine Eigenschaft des Dings, sondern seine Rolle im Prozess.

Womit ein Unternehmen arbeitet

Produktionsfaktoren sind alle Elemente, die im betrieblichen Leistungserstellungs- und Leistungsverwertungsprozess miteinander kombiniert werden. Die Volkswirtschaftslehre kennt klassisch drei: Kapital, Boden, Arbeit. Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet sinnvoller in vier Gruppen.

Gruppe auswählen

Vier Gruppen statt drei

Der entscheidende Unterschied zur volkswirtschaftlichen Einteilung: Die BWL trennt danach, ob ein Faktor bei seinem Einsatz verbraucht wird oder ob er dem Unternehmen als Potenzial erhalten bleibt, und sie führt Information als eigenen vierten Faktor.

Wer wirtschaftet eigentlich?

Zwei Arten von Wirtschaftseinheiten stehen einander gegenüber. Die eine deckt den eigenen Bedarf, die andere den fremden.

Konsumorientiert

Haushalte

  • Private Haushalte decken aufgrund von Individualbedürfnissen ihren Eigenbedarf.
  • Öffentliche Haushalte leiten ihren Bedarf aus den Bedürfnissen der privaten Haushalte ab.

Man spricht von Konsumtionswirtschaften: Sie verwenden Güter, statt sie für andere herzustellen.

Produktionsorientiert

Unternehmen

Wirtschaftseinheiten, die primär der Fremdbedarfsdeckung dienen. Sie stellen Güter und Dienstleistungen für andere her. Das unterscheidet sie vom Haushalt.

Exkurs, weil es ständig durcheinandergeht: Der Betrieb ist die organisatorisch-technische Einheit, in der produziert wird. Das Unternehmen ist die juristisch-finanzielle Organisationseinheit, die dahintersteht. Ein Unternehmen kann mehrere Betriebe haben.

Privat oder öffentlich?

Vier Kriterien grenzen ab. Entscheidend ist in der Praxis die Kapitalbeteiligung.

Kriterium 1

Rechtliche Stellung

Zivilrecht (BGB, HGB, AktG, GmbHG) für private, öffentliches Recht für öffentliche Unternehmen.

Kriterium 2

Selbstbestimmung

Eigene wirtschaftliche Entscheidungen oder Einschränkung durch die öffentliche Hand?

Kriterium 3

Gewinnorientierung

Private streben nach Gewinn. Öffentliche dienen der Bedarfsdeckung, oft nur kostendeckend oder bezuschusst.

Kriterium 4 · entscheidend

Kapitalbeteiligung

Über 50 Prozent öffentliches Kapital: öffentliches Unternehmen. Mischformen sind häufig.

Die Systematik auf einen Blick

Zwei Fragen: Wer deckt welchen Bedarf, und wem gehört das Kapital? Bei den Unternehmen gibt es zwischen öffentlich und privat eine Mischform.

EigenbedarfsdeckungKonsumtionswirtschaften
FremdbedarfsdeckungProduktionswirtschaften
Öffentlich
Öffentliche HaushalteBund, Länder, Gemeinden
Öffentliche Unternehmen und VerwaltungenStadtwerke, öffentlich-rechtliche Versicherer
Gemischt
Keine Entsprechung bei den Haushalten
Gemischtwirtschaftliche UnternehmenÖffentliche und private Kapitalgeber gemeinsam, etwa Volkswagen (Land Niedersachsen) oder Deutsche Telekom (Bund)
Privat
Private HaushalteEinzelpersonen, Familien
Private UnternehmenKapital vollständig in privater Hand

Eigene Darstellung nach Thommen und Achleitner, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 10. Auflage 2023, S. 7.

03/04

Kapitel 03 · Unternehmen als Gegenstand der BWL · Minute 45 bis 60

Das Unternehmen als System

Drei Fragen strukturieren dieses Kapitel: Was ist ein Unternehmen? Wie läuft der betriebliche Umsatzprozess? Und wer steuert das Ganze? Wie all das erfasst und ausgewertet wird, beantwortet das Modul Rechnungswesen.

  • Sieben Eigenschaften
  • Umsatzprozess
  • Führung
  1. 01Projekt
  2. 02Wirtschaft
  3. 03Unternehmen
  4. 04Umwelt

Was charakterisiert ein Unternehmen?

Die managementorientierte Betriebswirtschaftslehre beschreibt das Unternehmen als System mit sieben Eigenschaften. Jede davon hat Folgen für die Führung.

Eigenschaft auswählen

Warum diese sieben?

Es sind die Merkmale, die bei der Führung von Unternehmen tatsächlich eine Rolle spielen. Wer ein Unternehmen für ein geschlossenes, statisches, einfaches Gebilde hält, führt es falsch, und wird von der Umwelt eingeholt, die im Kapitel Umwelt dran ist.

Das Geschäftsmodell in fünf Fragen

Alles beginnt beim Warum. Wer seinen Sinn kennt, richtet Wertschöpfung, Versprechen, Zielgruppe und Kultur daran aus.

  1. 1SinnWarum gibt es uns?Inspiration und Innovation für jeden Athleten der Welt
  2. 2Value ChainWie schaffen wir Wert?Design und Marketing selbst, Fertigung durch Partner
  3. 3Value PropositionWas versprechen wir?Leistung, Stil und Zugehörigkeit
  4. 4ZielgruppeFür wen?Wer einen Körper hat, ist Athlet
  5. 5KulturWie arbeiten wir?Just do it: Tempo und Wettbewerb

Beispiel Nike, Ihr Referenzbeispiel aus Kapitel 01

Fünf Phasen, zwei Kreisläufe

Von der Kapitalbeschaffung bis zur Rückzahlung laufen ein Güterstrom und ein Geldstrom gegeneinander. Lassen Sie uns die Phasen durchgehen.

BeschaffungsmarktLIEFERANTEN · PERSONAL AbsatzmarktKUNDEN Kredit- und Kapitalmarkt Unternehmen TRANSFORMATION Faktoren Ausgaben Erzeugnisse Einnahmen Kapital Rückzahlung + Zins
GüterstromGeldstrom
Phase auswählen

Güterstrom und Geldstrom

Jede Bewegung von Gütern hat eine Gegenbewegung von Geld. Der Beschaffungsmarkt liefert Produktionsfaktoren und erhält dafür Ausgaben, der Absatzmarkt erhält Erzeugnisse und liefert dafür Einnahmen. Der Kredit- und Kapitalmarkt finanziert die Differenz und will sie verzinst zurück.

Was in diesen Phasen als Funktion auftritt

Die betrieblichen Funktionen sind nichts anderes als die Arbeitsteilung entlang dieses Prozesses. Sie sind zugleich der Lehrplan Ihres Studiums: Die meisten kommen als eigenes Modul wieder.

Güterwirtschaftlich

Leistung erstellen und verwerten

  • Materialwirtschaft
  • Produktion
  • Marketing

Marketing folgt ab dem 29. Oktober in fünf Sitzungen.

Finanzwirtschaftlich

Mittel beschaffen und anlegen

  • Finanzierung
  • Investition
  • Rechnungswesen

Diese drei behandelt BWL 2 und das Modul Rechnungswesen.

Querschnitt

Das Ganze zusammenhalten

  • Personal
  • Organisation
  • Führung

Personal und Organisation stehen im Januar auf dem Plan.

Vier Steuerungsfunktionen

Damit die Probleme zielgerichtet bearbeitet und koordiniert werden, braucht es eine Steuerungsfunktion. Diese Funktion heißt Führung, synonym Management. Sie besteht aus vier Teilen, die einen Kreis bilden, daher das Führungsrad. Klicken Sie ein Segment an.

Führung
Segment auswählen

Warum ein Rad und keine Liste

Weil der Kreis nie stillsteht. Die Kontrolle liefert die Erkenntnisse, aus denen die nächste Planung entsteht. Wo dieser Kreis unterbrochen wird, typischerweise bei der Kontrolle, weil sie unbequem ist, wiederholen sich dieselben Fehler.

04/04

Kapitel 04 · Umwelt des Unternehmens · Minute 60 bis 75

Kein Unternehmen steht allein

Das Unternehmen wird durch seine Umwelt ständig beeinflusst und prägt umgekehrt seine Umgebung. Diese Beziehungen sind nicht statisch. Die Aufgabe des Unternehmens: sie beobachten, Veränderungen beurteilen und in Entscheidungen berücksichtigen.

  • Anspruchsgruppen
  • Umweltsphären
  • PEST-Analyse
  1. 01Projekt
  2. 02Wirtschaft
  3. 03Unternehmen
  4. 04Umwelt

Wer stellt Ansprüche?

Anspruchsgruppen, englisch Stakeholder, sind alle, die ein Interesse am Unternehmen haben. Drei stehen innen, fünf außen. Klicken Sie eine Gruppe in der Karte an, um ihre Interessen zu sehen.

Gruppe auswählen

Ansprüche widersprechen einander

Das ist der Punkt: Die Interessen der Gruppen sind nicht deckungsgleich, sondern stehen teilweise im Konflikt. Höhere Löhne mindern den Gewinn, höhere Gewinne verteuern die Leistung, günstigere Leistung drückt auf die Lieferanten. Wie ein Unternehmen damit umgeht, ist das Thema der nächsten Sitzung: Ziele und Zielkonflikte.

Eigene Darstellung nach der Systematik bei Thommen und Achleitner (2023) sowie Ulrich und Fluri (1995).

Vier Umweltbereiche

Neben den Anspruchsgruppen wirken vier Sphären auf das Unternehmen. Sie umgeben es wie Ringe, und jede von ihnen hat in den letzten Jahren Versicherer unmittelbar getroffen.

Sphäre auswählen

Ringe, keine Schubladen

Die vier Sphären lassen sich nicht sauber trennen. Der Klimawandel ist ökologisch, wird über Schadenhäufigkeiten ökonomisch, erzwingt technologisch neue Modellierung und wird sozial zur Verteilungsfrage. Die Einteilung hilft beim Beobachten, nicht beim Sortieren.

PEST: dieselbe Idee, andere Schneidung

Die PEST-Analyse teilt das Umfeld in vier Faktorengruppen. Sie ist in der Praxis verbreiteter als das Sphärenmodell, weil sie sich direkt als Checkliste für eine Strategiesitzung benutzen lässt. Durchgespielt am Beispiel der Allianz, Europas größtem Versicherungskonzern und damit einem Unternehmen, das jede dieser vier Gruppen unmittelbar spürt.

Eigene Darstellung; das Modell geht auf Aguilar (1967) zurück, die hier gezeigte Umfeldeinteilung folgt der Darstellung bei Ramme (2004). Die Faktoren sind qualitativ formuliert. Für Ihre eigene Analyse gehören Zahlen und Quellen dazu.

Megatrends verändern jede Branche

Langfristig, weltweit, in allen Lebensbereichen. Kein Unternehmen kann sie aufhalten.

  1. Silver Societydie Gesellschaft wird älter
  2. Neo-ÖkologieKlimarisiken werden teurer
  3. Konnektivität und KIKI verändert Produkte und Berufe
  4. SicherheitCyberschutz wird zum Markt
  5. New Workjeder Vierte zeitweise im Homeoffice
  6. GesundheitPrävention wird Geschäftsmodell
Ein älteres Paar lehnt lachend an einer grauen Wand
20 Mio.Menschen ab 67 in Deutschland bis Mitte der 2030er Jahre

Auswahl nach der Megatrend-Map des Zukunftsinstituts. Zahlen: Statistisches Bundesamt (Bevölkerungsvorausberechnung, Homeoffice 2023). Bild: Adobe Stock.

15 Minuten · in Ihrer Projektgruppe

Wenden Sie die heute vorgestellten Methoden auf Ihr Unternehmen an

Von der Bedürfnispyramide bis zu PEST und den Megatrends: Gehen Sie in Ihrer Projektgruppe die Methoden in der Reihenfolge der Vorlesung durch, jeweils für das Unternehmen, das Ihre Gruppe gewählt hat. Stichpunkte genügen.

02 Wirtschaft · 5 Minuten Bedürfnisse und Güter
  • Bedürfnispyramide: Auf welcher Stufe bei Maslow setzt Ihr Unternehmen an?
  • Bedürfnisart: Existenz, Grund oder Luxus?
  • Güter: das Kernprodukt in drei Begriffspaaren
  • Produktionsfaktoren: Welcher der vier ist der wichtigste?
  • Wirtschaftseinheit: privat oder öffentlich, und warum?
03 Unternehmen · 5 Minuten Das Unternehmen als System
  • Sieben Eigenschaften: Welche zwei prägen Ihr Unternehmen am stärksten?
  • Geschäftsmodell: Sinn, Value Chain, Value Proposition, Zielgruppe, Kultur in je einem Satz
  • Umsatzprozess: die fünf Phasen in je einem Stichwort
  • Funktionen: Wo liegt der Schwerpunkt?
  • Führungsrad: ein Beispiel für Planung oder Kontrolle
04 Umwelt · 5 Minuten Umwelt, PEST und Megatrends
  • Anspruchsgruppen: die drei wichtigsten und ihr härtester Konflikt
  • Umweltsphären: Welche wirkt gerade am stärksten?
  • PEST: je ein konkreter Faktor für P, E, S und T, mit Jahreszahl, Betrag oder Name
  • Megatrends: Welcher Megatrend verändert Ihr Unternehmen am stärksten, als Chance oder Risiko?

Danach: Die Ergebnisse nehmen Sie direkt in Ihre Unternehmenspräsentation mit.

Bis nächste Woche

Eine Pflicht, eine Anregung und das Thema der nächsten Sitzung.

Pflichtschritt 2 · bis 28. Oktober, 23:59 Uhr

ILU-Umfrage ausfüllen

Wählen Sie mit einem Klick Ihre Gruppe. Sie erhalten dann Ende des Monats eine E-Mail mit Ihrer Gruppennummer und den fünf Unternehmensanalysen, die Sie im Dezember bewerten.

Gern schon jetzt

Die Geschichte Ihres Unternehmens

Beschäftigen Sie sich gerne schon mit der Unternehmensgeschichte Ihres Unternehmens: Wer hat es gegründet? Und wieso?

Nächste Woche · 22. Oktober

Ziele des Unternehmens

Zielsysteme, Zielbeziehungen und Zielkonflikte, einschließlich der Konflikte zwischen den Anspruchsgruppen, die wir heute gesammelt haben.